Concordia kritisiert Ministerin Kunst

31.07.2013

Offener Brief

Entscheidung der Ministerin zum Bau eines Fußballrasenplatzes am Park Babelsberg

Sehr geehrte Damen und Herren,

vor einigen Tagen erhielten wir Kenntnis von der Erteilung der denkmalrechtlichen Erlaubnis zu Bau eines Großfeld-Rasenplatzes am Babelsberger Park.

Obwohl wir diesen Platz dringend benötigen und obwohl die Sportstättenunterversorgung in Babelsberg inzwischen gravierend ist, möchten wir nicht verhehlen, dass der SV Concordia Nowawes 06 mit einem Teil der Auflagen und mit dem gesamten Duktus der Begründung des Bescheides nicht einverstanden ist.

Auflagen:

Wir begrüßen es ausdrücklich, dass die Ministerin die Anbringung von großflächiger Werbung und die Ausweisung zusätzlicher PkW-Stellplätze durch Auflagen ausgeschlossen hat.

Ein gewisses Verständnis haben wir auch dafür, dass keine zusätzlichenFunktionsgebäude im Bereich des Vorplatzes zum Babelsberger Park zugelassen werden sollen. Allerdings denken wir, dass hier noch günstigere Varianten als eine Mitnutzung des Strandbades gefunden werden sollten (z.B. auf der Fläche Alt Nowawes/Nutheschnellstraße).

Dass der etablierte Bolzplatz ersatzlos entfallen soll, ist schwer vermittelbar. Dieser Platz wurde von Jugendlichen und ihren Eltern ehrenamtlich angelegt und aus Spenden finanziert. Er wird vom Schulen und Kita-Gruppen ebenso genutzt wie von unorganisierten Breitensportlern. Falls dieser Platz wirklich entfallen soll, weil die Ministerin diese unverständliche Auflage erteilt hat, sehen wir die Stadt in der Pflicht, in unmittelbarer Nähe eine Ersatzfläche für einen Bolzplatz auszuweisen, der vorrangig dem unorganisierten Breitensport zur Verfügung stehen soll.

Begründung:

Auch wenn die Begründung selbst keine rechtlich bindenden Auflagen festlegen kann, formuliert die Ministerin umfangreiche Extrawünsche zugunsten der Schlösserstiftung, die wir entschieden zurückweisen.

Insbesondere verwahren wir uns gegen Forderungen nach unentgeltlicher Übertragung städtischer Flächen an die SPSG und gegen Überlegungen, den Flächennutzungsplan zu ändern.

Vor einigen Monaten untersagte die Abteilung Kommunalaufsicht des Landesministeriums des Innern der Stadt Potsdam, dem gemeinnützigen Archiv e.V. ein Gebäude zum symbolischen Preis zu veräußern. Es wirkt deshalb irritierend, dass eine Ministerin der gleichen Landesregierung nun die unentgeltliche Übertragung städtischer Flächen ohne öffentliche Ausschreibung anregt. Noch fragwürdiger wird dies, wenn man bedenkt, dass Frau Kunst selbst Vorsitzende des Stiftungsrates ist und die Behörde juristisch vertritt, die von einer kostenlosen Flächenübertragung profitieren würde.

Auch die Änderung des Flächennutzungsplanes (FNP) lehnt der SV Concordia Nowawes 06 ab. Ursprünglich sollten die Flächen zwischen Nutheschnellstraße und Park Babelsberg der Parkanlage zugeordnet und an die Schlösserstiftung übertragenwerden. Wegen des Sportstättenmangels in Babelsberg wurde der Flächennutzungsplan aber geändert und die Flächen für eine Sportnutzung umgewidmet. Dieser Entscheidung ging eine mehrjährige Diskussion und Abwägung voraus, in deren Verlauf natürlich auch die Positionen des Denkmalschutzes und die Stellungnahme der Schlösserstiftung geprüft wurden. Wir denken, dass eine Landesministerin dieses demokratische Abwägungsergebnis akzeptieren sollte und nicht wenige Monate nach dem Beschluss der Stadtverordneten erneut die Positionen einfordern sollte, die sich im Abwägungsprozess nicht durchsetzen konnten.

Vor der Kommunalwahl 2008 sprachen sich alle in der SVV vertretenen Parteien auf Anfrage der BI Babelsberger Park für eine Nutzung der Flächen für Sport- und Freizeitangebote aus. Im Bürgerhaushalt belegten ähnliche Vorschläge mehrfach Spitzenplätze. Auch in der laufenden Diskussion um den Sportstättenentwicklungsplan spielen die Flächen am Babelsberger Park eine wichtige Rolle.

Wir können nicht verstehen, warum vor diesem Hintergrund eine Änderung des Flächennutzungsplanes erfolgen soll oder Grundstücke kostenlos an die Schlösserstiftung übertragen werden sollen. Die SPSG hat bislang jedes Gespräch mit unserem Kinderfußballverein abgelehnt und würde die Eigentümerrechte vor allem dazu nutzen, die vorgesehene Nutzung der Flächen für Sport- und Erholungszwecke zu unterbinden.

Daher bitten wir die gewählten Stadtverordneten, an ihren Beschlüssen festzuhalten und sich weiterhin dafür einzusetzen, dass die Bevölkerung die dem Park vorgelagerten Flächen so nutzen kann, wie es der Flächennutzungsplan vorsieht.

Dies ist nach unserer Auffassung am besten zu gewährleisten, wenn die Flächen auch weiterhin im kommunalen Eigentum verbleiben. Für den Fall, dass eine Veräußerung der Grundstücke vorgesehen ist, bitten wir Sie, eine Übertragung an unseren Verein zu unterstützen. Ein Kaufangebot über 150 T€ haben wir dem Oberbürgermeister bereits übermittelt.

Für Rückfragen und Gesprächswünsche stehen wir gern zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

Alexander Kallenbach                                      André Rießler      1.Vorsitzender                                                   2.Vorsitzender

Dieser Beitrag wurde unter Vereinsnews veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

* Copy This Password *

* Type Or Paste Password Here *